Der Altersrente Ratgeber zur Regelaltersrente und Rentenbeginn

Unter dem Oberbegriff „Altersrente“ werden innerhalb der Gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland verschiedene Rentenarten zusammengefasst. Altersrente bezeichnet im Allgemeinen eine finanzielle Leistung, die der Versicherte im späteren Rentenalter von der Deutschen Rentenversicherung bezieht. Der Rentenanspruch des Versicherten auf eine Altersrente ergibt sich grundsätzlich aus der Mitgliedschaft in der Gesetzlichen Rentenversicherung und im Einzelnen aus den jeweils gültigen Wartzeiten und Altersgrenzen.

Altersrente und RegelaltersrenteDie gewiss bekannteste gesetzliche Altersrente in Deutschland ist die reguläre Regelaltersrente. Die Auszahlung dieser Altersrente beginnt zwischen dem 65. und dem 67. Lebensjahr des Versicherten, dies geschieht in Abhängigkeit von dem Geburtsjahr des Versicherten. Dieser Sachverhalt resultiert aus einer Anhebung der Altersgrenze von 65 auf 67 Jahre, welche nun schrittweise ab dem Jahr 2012 realisiert werden muss. Für vor dem 01.01.1947 Geborene bleibt demnach die bisherige Regelaltersgrenze von 65 Jahren erhalten. Für alle anderen gilt eine stufenweise Anhebung der Altersgrenze bis zum 67. Lebensjahr.

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Die Versicherten können dabei je nach Geburtsjahr und Stufe zwischen dem 65. und 67. Jahr in Regelaltersrente gehen, also beispielsweise mit 65 Jahren und 5 Monaten oder 66 Jahren und 2 Monaten. Die endgültige 67er Marke für den Renteneintritt bei der Regelaltersrente ist dementsprechend für alle ab 1964 geborenen Mitglieder der Gesetzlichen Rentenversicherung die relevante Größe. Die Regelaltersrente erhält man zukünftig erst mit 67.

Die Regelaltersrente mit 67 Jahren bzw. die schrittweise Anhebung kennt jedoch auch Ausnahmen. Einige Mitglieder der Gesetzlichen Rentenversicherung sind gemäß der Vertrauensschutzregelung von diesen Änderungen der Regelaltersgrenze ausgenommen und können auch weiterhin von einem Renteneintritt mit 65 profitieren. Dies betrifft vor dem 01.01.1955 geborene Versicherte, die bereits vor 2007 eine nach dem Altersteilzeitgesetz geregelte Altersteilzeitarbeitsstelle innehatten. Ferner gilt für Bezieher von Anpassungsgeld für entlassene Bergbauarbeitnehmer eine Altersgrenze von 65 Jahren, sofern diese vor dem 01.01.1964 geboren wurden.

Zum Rentenbeginn und Bezug der Altersrente ist eine Mindestversicherungszeit notwendig

Neben den verschiedenen Altersgrenzen ist im Rahmen der Regelaltersrente ferner eine 5 jährige Versicherungszeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung erforderlich. Der Vorteil beim Bezug der Regelaltersrente ist die Option, in unbegrenztem Maße hinzuverdienen zu können, es erfolgt keine Anrechnung auf die Regelaltersrente. Bei allen anderen gesetzlichen Altersrenten existieren diverse Hinzuverdienstgrenzen.
Des Weiteren gibt es die Altersrenten für langjährig und besonders langjährig Versicherte. Jene Altersrenten sehen eine Mindestversicherungsdauer in der Gesetzlichen Rentenversicherung von 35 bzw. 45 Jahren vor.

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Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann ab dem 65. Lebensjahr geleistet werden, bedarf allerdings einer Pflichtbeitragszeit von 45 Jahren. Darunter zählen beispielsweise sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, Minijobs, Krankengeldbezug, Zeiten der Kindererziehung und Wehrdienst bzw. Zivildienst. Ein vorzeitiger Auszahlungsbeginn, also vor dem 65. Lebensjahr des Versicherten, ist bei der Altersrente für besonders langjährige Mitglieder der Gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschlossen.

Der Rentenbeginn der Altersrente für langjährig Versicherte

Für die Altersrente für langjährig Versicherte sind 35 Versicherungsjahre nachzuweisen. Bei dieser Wartezeit können sogar Anrechnungszeiten wie zum Beispiel Zeiten des Arbeitslosengeldbezuges berücksichtigt werden. Bei dieser Altersrente gelten zudem – ähnlich wie bei der Regelaltersrente – schrittweise steigende Altersgrenzen. Vor dem 01.01.1949 Geborene können ab dem 65. Lebensjahr eine  Altersrente wegen langjähriger Mitgliedschaft beziehen. Versicherte, die zwischen 1949 und 1963 das Licht der Welt erblickten, unterliegen der schrittweisen Anhebung der Altersgrenze auf das 67. Lebensjahr und müssen demzufolge gemäß ihrem Geburtsjahr eine entsprechende Grenze erfüllen. Für ab 1964 Geborene ist das 67. Lebensjahr die zentrale Altersgrenze.

Wie schon bei der Regelaltersrente gibt es Ausnahmen gemäß der Vertrauensschutzregelung, die einem gewissen Personenkreis einen früheren Renteneintritt ermöglicht. Hiervon berührt sind Personen mit Vereinbarung von Altersteilzeitarbeit nach Altersteilzeitgesetz vor 2007, die zwischen 1948 und 1954 geboren sind, sowie Personen mit Bezug von Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus, die zwischen 1948 und 1963 geboren sind. Ein generell vorzeitiger Rentenbezug (ohne zu obigem Personenkreis zu gehören) ist im Rahmen der Altersrente für langjährig Versicherte durchaus möglich und zwar ab dem 63. Lebensjahr, dann aber mit Abschlägen.

Die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit

Relevant in der Praxis ist häufig auch die Altersrente bei Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit. Für den Bezug dieser Altersrente müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Der Versicherte muss vor 1952 geboren sein und eine Versicherungszeit von 15 Jahren nachweisen können. In den letzten 10 Jahren vor Rentenbeginn muss der Versicherte mindestens acht Jahre lang Pflichtbeiträge, resultierend aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder Tätigkeit, in die Gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Natürlich müssen bei dieser gesetzlichen Altersrente auch Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit vorliegen. Der Versicherte muss demzufolge vor Rentenbeginn selbstredend arbeitslos sein und außerdem bis zu seinem 58,5 Lebensjahr 52 Wochen arbeitslos gewesen sein. Oder aber der Versicherte ist wenigstens 2 Jahre einer Altersteilzeitarbeit nach dem Altersteilzeitgesetz nachgegangen.

Die Altersgrenze für eine Altersrente bei Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit liegt bei 65 Jahren. Zu beachten sind die jeweiligen Vertrauensschutzregelungen. Eine vorzeitige Rente mit 63 Jahren ist daneben unter Umständen und mit Abschlägen möglich.

Weitere Altersrenten in der Gesetzlichen Rentenversicherung richten sich an langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute, an Frauen bis Jahrgang 1951 und an schwerbehinderte Menschen. Auch für diese gesetzlichen Altersrenten existieren spezielle Vorschriften und Maßgaben zum Rentenbezug und vorzeitigem Rentenbezug.