Die Altersteilzeit Arbeit nach dem Altersteilzeitgesetz

Altersteilzeit oder besser Altersteilzeitarbeit ist eine Regelung im Bereich des Vorruhestandes, aber ohne direkten Bezug einer gesetzlichen Rentenleistung. Wie die Bezeichnung es bereits vermuten lässt, steht im Mittelpunkt dieser Vorruhestandsregelung die entlohnte Teilzeitarbeit im Alter. Mit der Altersteilzeit soll es deutschen Bundesbürgern und in gewissem Maße auch deren Arbeitgebern ermöglicht werden, einen positiven und gleitenden Übergang zwischen dem Erwerbsleben und dem Rentenabschnitt zu vollziehen.

Altersteilzeitrente und AltersteilzeitgesetzDie Altersteilzeitarbeit kommt für Arbeitnehmer ab dem 55. Lebensjahr in Frage, läuft bis zu dessen gesetzlichen Renteneintrittsalter und ist auf zwei Wegen in der Praxis realisierbar. Zum einen kann der Arbeitnehmer vom Beginn der Altersteilzeitvereinbarung bis zu seinem gesetzlichen Ruhestand in Teilzeit, also hälftig arbeiten.

Hieraus ergibt sich für den Arbeitnehmer eine verkürzte Arbeitszeit, für den Arbeitgeber die zwar verkürzte aber immerhin noch hälftig nutzbare Arbeitskraft. Vor allen Dingen bei Fachkräften könnte diese Art der Altersteilzeitarbeit daher für Arbeitgeber interessant sein. Bei dieser Form teilt sich die Arbeit während der gesamten Zeit gleich auf, deshalb auch der Begriff „Gleichverteilungsmodell“.

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Das Blockmodell bei der Altersteilzeitarbeit

Zum Zweiten kann sich die Altersteilzeitarbeit in zwei gleich lange zeitliche Abschnitte einteilen, in denen der Arbeitnehmer zuerst in Vollzeit arbeitet und dann im Anschluss bezahlt freigestellt wird (Blockmodell). Angenommen die Altersteilzeit ist für 10 Jahre geplant, so würde der Arbeitnehmer in den ersten 5 Jahren in Vollzeit arbeiten (bei vermindertem Entgelt) und in den anschließenden 5 Jahren bis zum gesetzlichen Renteneintritt frei gestellt werden (bei gleichem Entgelt wie bisher). Diese Variante kann gleichfalls für Arbeitnehmer und Arbeitgeber von Vorteil sein.

Der Arbeitgeber hat zum Beispiel einen festen Zeitrahmen, in dem er eine neue Arbeitskraft finden und anlernen kann. Und der Arbeitnehmer bezieht in dem zweiten Abschnitt der Altersteilzeit trotz Freistellung weiterhin sein Arbeitsentgelt (keine gesetzliche Rente).

Das Altersteilzeitentgelt bei der Altersteilzeit

Unabhängig für welchen Durchführungsweg sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber entscheiden, ist die Altersteilzeit keine Pflicht weder für Arbeitnehmer noch für Arbeitgeber und es werden dieselben Bezüge gezahlt. Das Altersteilzeitentgelt setzt sich zusammen aus der Entlohnung für die Teilzeitarbeit und einem Aufstockungsbetrag, den der Arbeitgeber zusätzlich zahlt und der sozialversicherungsfrei sowie steuerfrei ist. Das heißt: der Arbeitnehmer erhält beim Gleichverteilungsmodell und auch bei der Blockform der Altersteilzeit mit zwei zeitlichen Abschnitten der Höhe nach das gleiche Arbeitsentgelt, ob er voll arbeitet (1. Abschnitt) oder frei gestellt ist (2. Abschnitt).

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Der Aufstockungsbetrag muss wenigstens 20 Prozent des Bruttoteilzeitarbeitsentgeltes entsprechen und ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Auf das Teilzeitarbeitsentgelt hingegen werden wie üblich Sozialversicherungsbeiträge erhoben. Dies ist von Bedeutung, denn die Beiträge an die Gesetzliche Rentenversicherung erhöhen die spätere gesetzliche Altersrente des Versicherten. Je länger Beiträge in das gesetzliche Rentensystem eingezahlt werden und je höher diese sind, umso höher fällt die spätere gesetzliche Rentenleistung im Alter aus.

Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung bei Altersteilzeitarbeit

In diesem Zusammenhang ist weiterhin anzuführen, dass der Arbeitgeber bei der Vereinbarung von Altersteilzeitarbeit neben den üblichen Beiträgen an die Deutsche Rentenversicherung (Beiträge aus dem  Teilzeitarbeitsentgelt) einen Zusatzbeitrag an die Rentenkasse zahlt. Die Höhe richtet sich ebenfalls nach dem Teilzeitarbeitsentgelt und entspricht 80 Prozent. Aus dem Zusatzbeitrag des Arbeitgebers ergibt sich eine weitere Erhöhung der späteren Rentenleistung für den Arbeitnehmer aus der Gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Altersteilzeitarbeit beginnt frühestens vom 55. Lebensjahr an und läuft bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter. Seit der Anhebung der Altersgrenze der allgemeinen Regelaltersrente von 65 Jahren, liegt diese Grenze derzeit zwischen 65 und 67 liegt je nach Geburtsjahr. Die Altersteilzeit ist eine Möglichkeit, vorzeitig kürzer zu treten und den Übergang in das Rentenleben zu erleichtern (finanziell und auch persönlich motiviert).

Darüber hinaus ist die Altersteilzeitarbeit eine Bedingung für den Bezug der vorgezogenen gesetzlichen Altersrente nach Altersteilzeit, die einen Rentenbeginn mit Abschlägen ab dem 63. Lebensjahr und den regulären abschlagsfreien Renteneintritt mit 65 vorsieht. Ob und inwieweit eine Altersteilzeitvereinbarung realisierbar ist, kann mit dem Arbeitgeber und der Deutschen Rentenversicherung abgeklärt werden.