Berechnung der Rentenbesteuerung 2014 nach dem Alterseinkünftegesetz

Es gibt verschiedene Renten, die ein deutscher Bundesbürger beziehen kann. Neben gesetzlichen Renten wie der normalen Regelaltersrente aus der Rentenversicherung oder der Verletztenrente aus der Unfallversicherung gibt es weitere Rentenarten, vor allem aus der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Altersvorsorge. Deshalb gibt es auch Unterschiede bei der Rentenbesteuerung dieser Renten.

Rentenbesteuerung nach dem AlterseinkünftegesetzWer eine Rente bezieht, muss sich zwangsläufig auch mit deren Besteuerung auseinandersetzen, denn auf die meisten Rentenleistungen werden Steuern erhoben und zwar nachgelagert. Nachgelagert bedeutet, dass erst bei der Auszahlung der Renten die Rentenbesteuerung eintritt. Für die Renten, die während der Auszahlphase besteuert werden, gibt es im Gegenzug regulär eine Förderung während der Sparphase. Inwieweit sich die Förderung im Sparzeitraum mit der Besteuerung im Auszahlzeitraum relativiert bzw. überwiegt, hängt von der individuellen Situation des Einzelnen ab.

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Einflussfaktoren der Rentenbesteuerung sind vor allem der persönliche Steuersatz des Rentners, etwaige Freibeträge und die Art der Rentenbesteuerung. Dabei gibt es für die verschiedenen Rentenarten unterschiedliche Besteuerungsregelungen. Einige Renten werden voll versteuert, andere hingegen (derzeit noch) nur anteilig.

 

Die Rentenbesteuerung bei der Rürup Rente oder Basisrente

Ein bekanntes Beispiel einer Rente mit anteiliger Besteuerung ist die Rürup Rente oder Basisrente. Diese Form der privaten Altersvorsorge wird durch den Staat gefördert. Die Beiträge zu einer Basisrente können jedes Jahr entsprechend der gültigen Anrechnungsgrenzen und bis zu den bekannten Höchstgrenzen bei der Einkommensteuererklärung vom zu versteuernden Einkommen als Sonderausgaben abgezogen werden. Weil sich das zu versteuernde Einkommen mindert, sinkt auch die Steuerlast, woraus sich ein Steuervorteil für den Rürup Renten Sparer ergibt.

Die Besteuerung bei der Basisrente erfolgt nach dem persönlichen Steuersatz

Andererseits wird die Basisrente bei ihrer Auszahlung gemäß dem gültigen, persönlichen Steuersatz versteuert. Zurzeit wird die Basisrentenauszahlung allerdings noch nicht komplett besteuert. Bis zu welchem Anteil die Basisrente genau besteuert wird, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Bei der Einführung der Rürup Rente im Jahr 2005 musste die Basisrente zu 50 Prozent versteuert werden. Der Anteil, der bei der nachgelagerten Rentenbesteuerung berücksichtigt wird, steigt seither jährlich bis 2019 um 2 Prozent und im Anschluss ab 2020 um 1 Prozent an. Hieraus ergibt sich, dass im Jahr 2013 66 Prozent der Basisrente entsprechend dem persönlichen Steuersatz besteuert werden muss und ab dem Jahr 2040 100 Prozent, folglich die gesamte Basisrente.

Inwieweit nun ein Sparer von der Rürup Rente tatsächlich profitiert, richtet sich nach der Höhe des Steuervorteils während der Ansparzeit (Anrechnungsgrenzen) und der Höhe des steuerpflichtigen Anteils bei Auszahlung der Basisrente. Freilich ist ferner der persönliche Steuersatz ein Kriterium, wobei normalerweise davon auszugehen ist, dass der Steuersatz im Rentenalter meist niedriger ist als im Berufsleben.

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Diese schrittweise ansteigende Rentenbesteuerung bis zum Jahr 2040 gilt übrigens nicht nur für die private Basisrente, sondern auch für die Altersrenten, die Renten wegen Erwerbsminderung und die Hinterbliebenenrenten aus der Gesetzlichen Rentenversicherung. Auch diese gesetzlichen Renten werden seit 2005 und bis zum Jahr 2023 nur anteilig versteuert.

Die Beiträge können bei der Berechnung der Steuerlast brücksichtigt werden

Die Beiträge an die Gesetzliche Rentenversicherung können vollständig unter Berücksichtigung der Höchstgrenzen als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden, woraus sich ein steuerlicher Vorteil ergibt. Relevant sind Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile.

 

Im Gegenzug werden die gesetzlichen Altersrenten, die gesetzlichen Hinterbliebenenrenten und die gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten bei der Auszahlung entsprechend dem gültigen steuerpflichtigen Anteil und dem persönlichen Steuersatz besteuert. Die frühere Rentenbesteuerung gemäß dem Ertragsanteil gilt nur noch in Ausnahmefällen für einen kleinen Personenkreis.

Die Rentenbesteuerung bei der privaten Rentenversicherung

Die pauschale Ertragsanteilbesteuerung gilt dafür weiterhin im Bereich der ungeförderten, privaten Rentenversicherungen. Gemäß dem Renteneintrittsalter des Versicherten existiert pauschal ein Ertragsanteil, der für die Rentenbesteuerung herangezogen wird. Nur auf diesen Ertraganteil der privaten Altersrente wird der persönliche Steuersatz erhoben. Geht der Versicherte beispielsweise mit dem 67. Lebensjahr und einem pauschalen Ertragsanteil von 17 Prozent in Rente, wird der persönliche Steuersatz auf 17 Prozent seiner privaten Rente erhoben. Die übrigen 83 Prozent der Rente sind steuerbefreit.

Die Beiträge zur privaten Rentenversicherung können nur selten abgesetzt werden

Die Beiträge für eine private, nicht von staatlicher Seite geförderte Rentenversicherung können in der Einkommensteuererklärung nur noch in Ausnahmefällen als Ausgaben angesetzt werden. Dies ist seit 2005 eigentlich nur noch den Riester Renten und Rürup Renten vorbehalten. Die Ausnahme bilden vor dem Jahr 2005 abgeschlossene Policen ohne Kapitalwahlrecht und gegen laufende Beitragszahlungen, diese Rentenverträge können als sonstige Vorsorgeaufwendungen teilweise berücksichtigt werden.

Die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge und die Besteuerung bei der Riester Rente

Bei der Riester Rente als zweites gefördertes, privates Altersvorsorgeprodukt in Deutschland, können die Sparer entweder von geldlichen Zulagen oder von Steuervorteilen durch den Sonderausgabenabzug in der Einkommensteuererklärung profitieren. Beim Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung gibt es zwar die bekannten Höchstgrenzen, die Beiträge können allerdings voll und nicht nur anteilig abgesetzt werden, wie es derzeit noch bei der Basisrente vorherrscht. Außerdem werden die staatlichen Zulagen noch angerechnet.

Da die Beiträge an einen Riester Renten Vertrag komplett als Sonderausgaben ausgewiesen werden können, ist die spätere Riester Rente bei der Auszahlung auch vollständig steuerpflichtig und wird entsprechend dem persönlichen Steuersatz versteuert.