Rente mit 60 Jahren – gesetzliche Regelungen und Ausnahmen

Mit der umgangssprachlichen Bezeichnung „Rente mit 60“ ist im Allgemeinen eine Rentenleistung der Gesetzlichen Rentenversicherung der Bundesrepublik Deutschland gemeint, die ab dem 60. Lebensjahr des Versicherten als Altersversorgung ausbezahlt wird. Der Versicherte geht also mit der Vollendung seines 60. Lebensjahres in Rente und bezieht eine gesetzliche Rentenzahlung aus dem deutschen Sozialversicherungssystem.

Rente mit 60 JahrenDie Gesetzliche Rentenversicherung zahlt an ihre Mitglieder in Rente unterschiedliche Rentenarten aus, darunter diverse Altersrenten mit entsprechenden Altersgrenzen. Neben der Regelaltersrente bzw. „Rente mit 67“, deren Auszahlungsbeginn gewöhnlich zwischen dem 65. und dem 67. Lebensjahr des Versicherten liegt, gibt es mehrere vorgezogene gesetzliche Altersrenten. Hierbei handelt es sich um Altersrenten, die vor dem eigentlichen, regulären Renteneintrittsalter der Regelaltersrente – dem 65. bis 67. Lebensjahr – geleistet werden. Im Rahmen dieser vorgezogenen gesetzlichen Altersrenten findet der Oberbegriff „Rente mit 60“ Anwendung.

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Das früheste Renteneintrittsalter liegt bei 60 Jahren

Die Rente mit 60 bezeichnet demzufolge allgemein eine vorgezogene Altersrente aus der deutschen Gesetzlichen Rentenversicherung – eine Rentenleistung, die ab dem 60. Lebensjahr des Versicherten ausbezahlt wird. Das 60. Lebensjahr des Versicherten ist demnach die Altersgrenze als eine Voraussetzung für den Leistungsbezug – das früheste Renteneintrittsalter. Da die Bezeichnung „Rente mit 60“ als Oberbegriff fungiert, muss nun im Speziellen darauf geachtet werden, um welche vorgezogene Altersrente es sich präzise handelt und unter welchen Bedingungen die Auszahlung erfolgt.

Es gibt nur wenige vorgezogene Altersrenten aus der Gesetzlichen Rentenversicherung, die als Altersgrenze das 60. Lebensjahr kennen. Die meisten Altersgrenzen der Altersrenten lagen eh schon höher und wurden zudem in der Vergangenheit weiter angehoben, wie beispielsweise die Grenze der Regelaltersrente, die derzeit stufenweise vom 65. Lebensjahr auf das 67. Lebensjahr angehoben wird.

Die Rente mit 60 für Frauen

Mit dem 60. Lebensjahr in Rente gehen ist zum Beispiel mit der Altersrente für vor 1952 geborene Frauen möglich. Wer als Frau vor 1952 geboren wurde und eine 15 jährige Versicherungszeit vorweisen kann sowie eine Pflichtbeitragszeit von mehr als zehn Jahren nach dem 40. Lebensjahr, kann diese vorgezogene Altersrente abschlagsfrei ab dem 65. Lebensjahr beziehen.

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Zur Altersrente mit 60 wird die Rente für vor 1952 geborene Frauen, wenn die Versicherte vorzeitig – nämlich vor der regulären Altersgrenze, dem 65. Lebensjahr – in Rente gehen möchte. Eine vorzeitige Rente frühestens ab dem 60. Lebensjahr ist bei der Altersrente für Frauen bis zum Jahrgang 1951 unter Umständen möglich, jedoch werden für diesen vorzeitigen Renteneintritt auch Abschläge erhoben, welche die Rentenzahlung mindern.

Rente für schwerbehinderte Menschen mit 60 möglich

Für schwerbehinderte Versicherte ist ebenfalls ein Rentenbezug ab dem 60. Lebensjahr denkbar, hier in Form der Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Diese Altersrente wird im Rahmen der Vertrauensschutzregelung ab dem 63. Lebensjahr bzw. gewöhnlich in stufenweiser Anhebung auf das 65. Lebensjahr geleistet, wenn der Versicherte zum möglichen Renteneintritt schwerbehindert ist bzw. berufs- oder erwerbsunfähig ist und vor 1951 geboren wurde sowie zudem eine 35 jährige Wartezeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen kann. Mit Abschlägen kann der Versicherte die Altersrente für schwerbehinderte Menschen gegebenenfalls vorzeitig schon ab dem 60. Lebensjahr beziehen.

Altersrente mit 60 ohne Abschläge für langjährig Versicherte Bergleute

Langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute gehören ferner zu den Mitgliedern der Gesetzlichen Rentenversicherung, die sich ab dem 60. Lebensjahr in die Rente verabschieden können. Bedingung für die Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute ist eine Versicherungszeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung von 25 Jahren mit Beschäftigung unter Tage, dem Bezug von Anpassungsgeld, Ersatzzeiten in der knappschaftlichen Rentenversicherung etc. Des Weiteren gelten im Hinblick auf diese vorgezogene Altersrente verschiedene Altersgrenzen.

Für vor 1952 Geborene gilt eine Altersgrenze von 60 Jahren, das Mitglied kann also abschlagsfrei Rente mit 60 beziehen. Für ab 1952 geborene Versicherte steigt die Altersgrenze stufenweise auf 62 Jahre. Darüber hinaus gibt es eine Vertrauensschutzregelung, die es vor 1964 geborenen Versicherten mit Bezug von Anpassungsgeld gestattet, auch weiterhin ab dem 60. Lebensjahr die Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute zu erhalten.

Rente bei Arbeitslosigkeit und Altersteilzeit

Eine Rente mit 60 ist des Weiteren unter Berücksichtigung der Vertrauensschutzregelung und bei vorzeitiger Inanspruchnahme mit Abschlägen in Form der Altersrente bei Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit möglich. Damit ist eine abschlagsfreie Rente mit 60 nur langjährig unter Tage beschäftigten Bergleuten und hier auch nur noch einem bestimmten Personenkreis vorbehalten. Wer sonst bereits mit 60 Jahren in Rente gehen möchte, kann dies – wenn überhaupt – nur unter speziellen Voraussetzungen und mit Abschlägen.