Wie die gesetzliche Rentenberechnung funktioniert

Wer als Mitglied der Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland Beiträge zahlt und damit die aktuellen Rentenzahlungen finanziert, erwirbt ein Anrecht auf eine gesetzliche Rentenleistung. Wie hoch die gesetzliche Altersrente ausfällt, ist von vielen Faktoren, insbesondere vom individuellen Lebensweg des Versicherten, abhängig. Es erfolgt für jeden Versicherten auf Antrag eine gesetzliche Rentenberechnung durch den zuständigen Rentenversicherungträger.

altersvorsorgeAllgemein ist anzumerken, dass sich die Höhe der gesetzlichen Altersrente natürlich nach der Leistung des Versicherten bemisst, sprich die spätere Rentenhöhe ist an die Beitragszahlung an die Gesetzliche Rentenversicherung im Erwerbsleben gebunden. Wer hohe Beiträge leistet und dies über einen langen Zeitraum kann in der Regel mit einer höheren gesetzlichen Rentenleistung im Rentenalter rechnen, als ein versichertes Mitglied, das nur kurzzeitig bzw. in nur geringem Umfang in die Gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Hier kommt man zum online Rentenrechner zur Berechnung der möglichen gesetzlichen Rente

Die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung

Bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung werden derzeit 18,9 Prozent des Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze als Beitrag an die Gesetzliche Rentenversicherung erhoben, wobei Arbeitnehmer und Arbeitgeber diese Summe je zur Hälfte tragen.

Im Bereich der Minijobbs trägt für gewöhnlich allein der Arbeitgeber einen Beitrag in das knappschaftliche Rentensystem, dieser liegt momentan bei 15 Prozent des Arbeitsentgeltes. Die Differenz zum aktuellen Beitragssatz (derzeit 3,9Prozent) kann der Arbeitnehmer zahlen, sich von dieser Zuzahlung aber auch befreien lassen.

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Neben sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern zählen ferner Mütter und Väter während der Kindererziehung, Wehrdienstleistende, Krankgeldempfänger und Selbstständige in bestimmten Branchen bzw. Tätigkeitsfeldern zu den Pflichtversicherten in der Gesetzlichen Rentenversicherung. Daneben besteht die Möglichkeit, sich freiwillig im deutschen Rentensystem abzusichern. Die Beiträge können hier recht individuell im Rahmen von Mindest- und Höchstgrenzen gewählt werden.

 

Die Rentenformel zur Rentenberechnung

Bei der Rentenberechung einer gesetzlichen Altersrente ist folgende Rentenformel von Bedeutung. Aus der Multiplikation von Entgeltpunkten, Zugangsfaktoren, dem derzeitigen Rentenwert sowie dem Rentenartfaktor ergibt sich die monatliche Höhe der gesetzlichen Altersrente. Doch was genau sagen die einzelnen Werte aus?

Entscheidend für die individuellen Entgeltpunkte ist das Arbeitsentgelt des Versicherten. Das Entgelt des Einzelnen wird ins Verhältnis gesetzt zu dem jeweiligen durchschnittlichen Entgelt aller Arbeitnehmer. Diese Vorgehensweise erfolgt jährlich, so dass für jedes Jahr ein Entgeltpunktwert existiert. Ist das Entgelt des einzelnen Versicherten niedriger als das durchschnittliche Entgelt aller Arbeitnehmer, wird dem Versicherten nur ein anteiliger Entgeltpunkt gewährt. Ist das Engelt also um die Hälfte geringer als der Durchschnittswert, erhält der Versicherte 0,5 Entgeltpunkte. Ist das Entgelt des Versicherten gleich dem Durchschnittsentgelt aller, erhält er genau einen Entgeltpunkt. Und ist das Entgelt des Versicherten höher als der Durchschnitt, bekommt er einen anteilig erhöhten Entgeltpunkt.

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Der Zugangsfaktor bei der Rentenberechnung

Der Zugangsfaktor bezeichnet bei der Rentenberechnung etwaige Zuschläge oder Abschläge, die sich ergeben können, wenn der Versicherte vorzeitig in Rente gehen möchte (Rentenabschläge) oder aber wenn der Versicherte trotz Erreichen der Regelaltersgrenze vorerst noch nicht in Rente gehen will (Zuschläge). Die Grenze für die Regelaltersrente liegt je nach Geburtsjahr des Versicherten zwischen dem 65. und dem 67. Lebensjahr. Gibt es bei der Rentenberechnung keine Zuschläge und keine Abschläge, beträgt der Zugangsfaktor 1,0.

 

Der aktuelle Rentenwert und Entgeltpunkte

Bei dem aktuellen Rentenwert handelt es sich um die monatliche Rente pro Entgeltpunkt. Dieser Betrag wird regelmäßig angepasst und bemisst sich unter anderem anhand der Entwicklung von Lohn und Gehalt aus den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen sowie den Altersvorsorgeaufwendungen der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern.

Dann gibt es noch den Rentenartfaktor, der in die Rentenberechnung gemäß Rentenformel einfließt. Jeder Rentenart der Gesetzlichen Rentenversicherung wird ein Faktor zugeordnet. Die Altersrenten haben beispielsweise den Faktor 1,0, die Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung den Faktor 0,5 und die Renten wegen voller Erwerbsminderung den Faktor 1,0.