Renteneintrittsalter zum Bezug der Regelaltersrente

Mit dem Renteneintrittsalter ist das Alter eines Menschen gemeint, bei dessen Vollendung er vom hauptberuflichen Erwerbsleben ins Rentenleben übergeht und Rente bezieht. Die Rente kann dabei von staatlicher Hand stammen, nämlich aus der Gesetzlichen Rentenversicherung als Teil des gesetzlichen Sozialversicherungssystems in Deutschland, aber auch aus privater Vorsorge, beispielsweise aus einem privaten Rentenversicherungsvertrag.

RenteneintrittsalterFür gewöhnlich umschreibt der Begriff „Renteneintrittsalter“ oder „Rentenalter“ das Alter, zu dem die gesetzliche Rente beginnt, folglich die staatlichen Rentenzahlungen einsetzen und dies zumeist bezogen auf die Altersrente. Die Gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland zahlt verschiedene Altersrenten, wie beispielsweise die allgemeine Regelaltersrente oder die Altersrente bei Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit, sowie Renten bei Erwerbsminderung an ihre Mitglieder aus und daneben auch Renten an die Hinterbliebenen eines verstorbenen, versicherten Mitgliedes.

Nur wer gesetzlich Rentenversichert war bezieht auch eine Altersrente

Die Mitgliedschaft in der Gesetzlichen Rentenversicherung ist ein wichtiger Punkt, denn nur wer hier versichert ist, hat auch Anrecht auf eine gesetzliche Leistung. Das Mitglied zahlt als Erwerbsfähiger in die Gesetzliche Rentenversicherung ein und erhält im gültigen Rentenalter oder bei Erwerbsminderung dann aus dem staatlichen Rentensystem eine Rentenleistung gezahlt.

Hinsichtlich der Gewährung einer gesetzlichen Altersrente und auch in Bezug auf deren Höhe sind im Einzelnen zudem die Versicherungsjahre bzw. die Wartezeiten in der Gesetzlichen Rentenversicherung sowie das Alter des versicherten Mitgliedes grundlegende Faktoren.

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Das Renteneintrittsalter ohne Abzüge ist auch von der Einzahlungsdauer abhängig

Jede gesetzliche Altersrente setzt ein allgemeines Renteneintrittsalter voraus, welches der Versicherte erreicht haben muss, ehe er die jeweilige Altersrente beziehen kann. Daneben gibt es bei einigen Altersrenten zudem ein spezielles Renteneintrittsalter, das den vorzeitigen Bezug einer um Abschläge verminderten Rente auslöst. Hierbei handelt es sich um einen vorzeitigen Renteneintritt. Der Versicherte geht dabei zeitlich früher in Rente als es das allgemeine Renteneintrittsalter ermöglichen würde und muss hierfür finanzielle Einbußen in Form von Rentenabschlägen in Kauf nehmen.

Das frühest mögliche Renteneintrittsalter beträgt 60 Jahre

Das früheste, mögliche Renteneintrittsalter innerhalb der Gesetzlichen Rentenversicherung und deren Altersrenten liegt beim 60. Lebensjahr des Versicherten. Je nach Altersrente bezeichnet diese Altersgrenze von 60 Jahren ein allgemeines Renteneintrittsalter ohne Abzüge oder ein spezielles Renteneintrittsalter, das einen früheren Renteneintritt realisiert, aber nur unter Beachtung von finanziellen Abschlägen im Hinblick auf die gesetzlichen Rentenzahlungen.

Der Renteneintritt mit 60 ohne Rentenabschläge ist zum Beispiel bei der Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute denkbar und zwar für vor 1952 Geborene sowie für vor 1964 Geborene, die Anpassungsgeld für entlassene Bergbauarbeitnehmer erhalten haben (Vertrauensschutzregelung). Ein Renteneintritt ab dem 60. Lebensjahr mit Abschlägen gilt beispielsweise bei der Altersrente für vor 1952 geborene Frauen. Wer diese Rente vor dem allgemeinen Renteneintrittsalter – 65. Lebensjahr – beziehen möchte, kann dies zwar aber nur unter Berücksichtigung von Rentenabschlägen.

Das späteste Renteneintrittsalter ist mit 67 Jahren

Das von Gesetzeswegen her späteste Renteneintrittsalter der Gesetzlichen Rentenversicherung ist derzeit das 67. Lebensjahr. Eine Altersgrenze von 67 Jahren gibt es vor allen Dingen bei der allgemeinen Regelaltersrente für ab 1964 Geborene. Natürlich kann das Mitglied auch später, also nach dem 67. Lebensjahr in Rente gehen und eine gesetzliche Altersrente – in diesem Fall die Regelaltersrente – beziehen, dies ist jedoch ein individueller Wunsch des Einzelnen und keine Pflicht. Im Bereich der Gesetzlichen Rentenversicherung und deren Altersrenten ist das 67. Lebensjahr des Versicherten zumindest das vorgeschriebene, späteste Renteneintrittsalter.

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Das 67. Lebensjahr als Renteneintrittsalter bzw. Altersgrenze bei der Regelaltersrente für ab 1964 Geborene ergibt sich Übrigens aus der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters der Regelaltersrente vom 65. auf das 67. Lebensjahr des Versicherten. Demnach können bis 1946 Geborene und Personen mit Vertrauensschutz ab 65 die Regelaltersrente erhalten. Für Versicherte mit Geburtsjahr zwischen 1947 und 1963 gilt hinsichtlich der Regelaltersrente ein schrittweise angehobenes Renteneintrittsalter (Steigerung zu Beginn um 1 Monat, dann um 2 Monate je Geburtsjahr des Versicherten bis zur Grenze 67). Und für ab 1964 Geborene ist das Renteneintrittsalter der Regelaltersrente auf das 67. Lebensjahr festgeschrieben.

Die Anhebung der Altersgrenzen bei der Regelarbeitsrente

Nicht nur bei der Regelaltersrente wurde das Renteneintrittsalter angehoben, dies ist nur ein bekanntes Beispiel. Die Anhebung der Altersgrenzen bei einigen gesetzlichen Altersrenten ist eine Folge des steigenden Lebensalters der Versicherten und der damit verbundenen erhöhten (weil länger auszuzahlenden Renten) Rentenkosten.

Die Gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland hat außerdem mit sinkenden Beiträgen zu kämpfen, zum einen durch die sinkende Zahl an Beitragszahlern (Geburtenrückgang, Empfänger von Arbeitslosengeld II für die keine Beiträge von der Agentur für Arbeit entrichtet werden etc.) und zum anderen durch sinkende Beitragszahlungen (reduzierte Beiträge bei Niedrigverdienern und Arbeitslosengeld I Empfängern).

Dieser Sachverhalt und die hohen Ausgaben bei den derzeitigen Rentenzahlungen, die ja gemäß Umlage- und Generationsverfahren der deutschen Gesetzlichen Rentenversicherung von den aktuellen Beitragszahlungen zu finanzieren sind, stellen das staatliche Rentensystem vor finanzielle Existenzprobleme. Und diese sollen durch diverse Reformen, wie zum Beispiel der Anhebung der gesetzlichen Renteneintrittsalter oder des gesetzlichen Beitragssatzes, abgefedert werden (Reduzierung der Ausgaben, Steigerung der Einnahmen).