Der Rentenversicherungsbeitrag 2014 und die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze 2014

Der Beitrag zur Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland bemisst sich vor allen Dingen nach dem Einkommen der Versicherten. Das Einkommen ist allerdings nur eine relevante Größe bei der Berechnung des Rentenversicherungsbeitrages. Welche Werte den Rentenversicherungsbeitrag maßgeblich beeinflussen, hängt davon ab, welche Art der Beschäftigung der Versicherte ausübt und ob es sich um ein pflichtversichertes Mitglied der Gesetzlichen Rentenversicherung handelt oder um ein freiwillig versichertes Mitglied.

Rentenversicherungsbeitrag 2014Pflichtversicherte Mitglieder in der Gesetzlichen Rentenversicherung, wie beispielsweise Arbeiter, Angestellte und Auszubildende in Vollzeitbeschäftigung mit entsprechender Entlohnung, teilen sich mit ihrem Arbeitgeber den Rentenversicherungsbeitrag. Neben dem sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers spielen die Beitragsbemessungsgrenze und der Beitragssatz der Gesetzlichen Rentenversicherung bei der Beitragserhebung eine Rolle.

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Die Beiträge zur Rentenversicherung in den letzten Jahren

Der Beitragssatz ist ein jährlich neu festgesetzter Prozentsatz, der vom zu berücksichtigenden, sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers erhoben wird. Der Beitragssatz der Gesetzlichen Rentenversicherung wurde für das Jahr 2013 auf 18,9 Prozent heruntergesetzt wo er auch 2014 liegt. Im Jahr 2012 lag er noch bei 19,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen den Rentenversicherungsbeitrag je zur Hälfte, daher zahlen im Jahr 2013 beide also jeweils 9,45 Prozent des sozialversicherungspflichtigen, relevanten Bruttoeinkommens pro Monat an die Deutsche Rentenversicherung.

 

Der Rentenversicherungsbeitrag wird bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben

Das sozialversicherungspflichtige Bruttoeinkommen wird aber nicht grenzenlos zur Berechnung des Rentenversicherungsbeitrages herangezogen. Die Beitragsbemessungsgrenze gibt Auskunft, bis zu welcher Höhe das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers berücksichtigt werden darf. In 2013 betrug die Beitragsbemessungsgrenze der Gesetzlichen Rentenversicherung 4.900 Euro monatlich in den neuen Bundesländern und 5.800 Euro monatlich in den alten Bundesländern. Demzufolge liegt ein monatlicher Rentenversicherungsbeitrag bei maximal 18,9 Prozent von 4.900 Euro bzw. 5.800 Euro. In 2014 steigt die Beitragsbemessungsgrenze auf 5.950 Euro im Westen und 5000 Euro im Osten.

Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenzen

monatlich jährlich
 Jahr West Ost West Ost
2010 5.500 EUR 4.650 EUR 66.000 EUR 55.800 EUR
2011 4.800 EUR 57.600 EUR
2012 5.600 EUR 67.200 EUR
2013 5.800 EUR 4.900 EUR 69.600 EUR 58.800 EUR
2014 5.950 EUR 5.000 EUR 71.400 EUR 60.000 EUR

Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich diese Summe zur Hälfte und der Arbeitgeber führt den Beitrag zur Gesetzlichen Rentenversicherung über die Gesetzliche Krankenkasse an die Deutsche Rentenversicherung ab. Für Auszubildende mit einer monatlichen Vergütung von höchstens 325 Euro trägt der Arbeitgeber die Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung allein und in voller Höhe.

Rentenversicherungsbeiträge für Minijobs und Auszubildende

Darüber hinaus gibt es im beruflichen Alltag die Minijobs, welche 2013 bis zu 450 Euro pro Monat vergütet werden können. Minijober sind über die Bundesknappschaft versichert und können sich von einer Beteiligung an dem Rentenversicherungsbeitrag befreien lassen. Dies erfolgt bequem auf Antrag beim Arbeitgeber. Für Minijobs, die vor dem 01.01.2013 Bestand hatten und auf einer Basis von 400 Euro monatlich angesiedelt sind, besteht weiterhin generell diese Versicherungsfreiheit und damit die Befreiung von der Beitragsaufstockung.

Der Arbeitgeberanteil beim Rentenversicherungsbeitrag zur Knappschaftlichen Rentenversicherung

Bei Befreiung zahlt lediglich der Arbeitgeber einen pauschalen Beitrag in die Knappschaftliche Rentenversicherung ein und zwar in Höhe von 15 Prozent des Einkommens des Arbeitnehmers bzw. bei Minijobs in Privathaushalten 5 Prozent. Lässt sich der Arbeitnehmer nicht von der Zuzahlung befreien oder verzichtet per Antrag auf diese Versicherungsfreiheit (bei 400 Euro Minijobs vor 2013), stockt er die Leistung des Arbeitgebers in die Gesetzliche Rentenversicherung freiwillig auf den allgemeinen Beitragssatz auf.

Im Jahr 2013 würde der Arbeitnehmer dann folglich 3,9 Prozent seines Einkommens zusätzlich in die Knappschaftliche Rentenversicherung einzahlen bzw. 13,9 Prozent bei Minijobs in Privathaushalten. Eine derartige Beitragsaufstockung durch den Minijober kann sinnvoll sein, um vollwertige Beschäftigungszeiten im Rahmen des späteren Rentenbezuges zu erwerben. Zu beachten ist die für den Minijober gültige Mindestbeitragsbemessungsgrundlage in der Gesetzlichen Rentenversicherung, die für 2013 auf 175 Euro pro Monat festgelegt wurde.

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Rentenversicherungsbeitrag für Selbständige

Pflichtversicherte Mitglieder sind ferner Selbstständige in bestimmten freiberuflichen Bereichen, darunter Handwerker, Hebammen, Lehrer, Publizisten und Künstler. Für diesen Personenkreis gelten spezielle Regelungen zur Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge. Von Bedeutung sind das Einkommen laut Einkommensteuerbescheid oder laut zukünftiger Schätzung, ein Mindestbeitrag und die Beitragsbemessungsgrenze. Die Zahlung eines einkommensunabhängigen Regelbeitrages an die Deutsche Rentenversicherung ist gleichfalls denkbar. Teilweise werden auch bei Selbstständigen die Rentenversicherungsbeiträge nicht allein finanziert, bei Künstlern tritt hier beispielsweise die Künstlersozialkasse in Leistung.

 

Rentenversicherungsbeitrag bei Arbeitslosigkeit

Als Empfänger von Arbeitslosengeld I besteht für den Arbeitslosen eine Pflichtmitgliedschaft in der Gesetzlichen Rentenversicherung. Die Rentenversicherungsbeiträge trägt hier allein die Agentur für Arbeit. Zu berücksichtigen ist, dass die Rentenversicherungsbeiträge bei Arbeitslosengeld I wegen der geringeren Höhe für gewöhnlich niedriger sind, als die Rentenversicherungsbeiträge, die aus einem Einkommen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung resultieren. Für Empfänger von Arbeitslosengeld II werden seit 2011 keine Rentenversicherungsbeiträge von der Agentur für Arbeit übernommen, es besteht keine Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Rentenversicherung, was im Einzelfall zu Anrechnungszeiten ohne Bewertung oder zu „Lücken“ führt.

Die Beiträge bei freiwillig Versicherten

Des Weiteren gibt es innerhalb der Gesetzlichen Rentenversicherung, wie bereits angesprochen, freiwillig versicherte Mitglieder. Die Zahlung von freiwilligen Rentenversicherungsbeiträgen kann zweckmäßig sein, beispielshalber um etwaige „Lücken“ auszugleichen. Auch nicht versicherungspflichtige Selbstständige haben die Option, sich freiwillig bei der Gesetzlichen Rentenversicherung abzusichern oder sogar auf Antrag eine Pflichtmitgliedschaft bei der Gesetzlichen Rentenversicherung einzugehen.

Die Rentenversicherungsbeiträge bei freiwillig Versicherten sind begrenzt, es gibt hier monatliche Mindest- und Höchstsummen. Das freiwillige Mitglied kann übrigens nicht nur über die Höhe der Rentenversicherungsbeiträge vergleichsweise individuell entscheiden, sondern auch über deren Anzahl in einem Kalenderjahr (maximal 12 pro Jahr).