Im Vorruhestand eine vorzeitige Rente bis zur Altersrente erhalten

Mit dem Vorruhestand wird allgemein der Sachverhalt bezeichnet, dass ein Mensch vorzeitig vor dem gesetzlich festgeschriebenen Renteneintrittsalter eine vorzeitige Rente bezieht. Der übliche Ruhestand als Ende des Erwerbslebens und Beginn des Rentenlebens wird in diesem Fall zeitlich vorverlegt, daher auch der Begriff „Vorruhestand“. Der Vorruhestand dauert an bis die Person das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht hat, ab diesem Zeitpunkt dann befindet sie sich im normalen Ruhestand.

Vorruhestand und vorzeitige RenteIn der Bundesrepublik Deutschland gilt für die allgemeine Regelaltersrente ein Renteneintrittsalter von 65 bis 67 Jahren in Abhängigkeit vom Geburtsjahr der versicherten Person. Dieser zeitliche Rahmen ergab sich durch die Anhebung der Altersgrenze ab 2012. Demzufolge können bis 1946 Geborene mit 65 in Rente gehen und für nach 1946 Geborene erhöht sich die Altersgrenze je nach Geburtsjahr schrittweise erst um einen Monat und dann um zwei Monate. Für ab 1964 geborene Mitglieder der Gesetzlichen Rentenversicherung existiert daher ein Eintrittsalter der allgemeinen Regelaltersrente von 67 Jahren.

Vorruhestand genießen können! Vorschlag für private Rentenvorsorge kostenlos erhalten

Wer vor seinem gültigen Renteneintrittsalter gesetzliche Altersleistung beziehen möchte, sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden will, muss einiges beachten. Es kommen verschiedene vorgezogene Altersrenten der Gesetzlichen Rentenversicherung in Frage, für die aber auch einige Bedingungen zu erfüllen sind, unter anderem hinsichtlich der gesetzlichen Versicherungszeiten und des Renteneintrittsalters.

Beim Vorruhestand mit Abzügen bei der Rente rechnen

Zum Teil kommen bei einer vorzeitigen Rente auch Rentenabschläge zu tragen, die nicht nur immens sein können, sondern sich außerdem auf den gesamten Ruhestand beziehen. Die Rentenabschläge sind regulär davon abhängig, wie viel früher die Person in Rente gehen möchte und zwar unter Berücksichtigung der Altersgrenze der jeweiligen Altersrente der Gesetzlichen Rentenversicherung.

Nicht nur etwaige Rentenabschläge sind im Hinblick auf die Rentenhöhe von Bedeutung. Generell ergibt sich die gesetzliche Rentenleistung aus den eingezahlten Beiträgen und Versicherungsjahren. Wer als Mitglied lange in die Gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat bzw. hohe Beiträge wird für gewöhnlich mit einer höheren gesetzlichen Rente rechnen können, als ein Versicherter mit kürzerer Versicherungszeit oder geringeren Beiträgen. Dies ist natürlich auch bei den Überlegungen einer vorzeitigen Rente von Belang. Schließlich werden dann weniger Versicherungsjahre erreicht und weniger Beiträge gezahlt, als wenn der Versicherte bis zum Eintritt der gesetzlichen Regelaltersgrenze (65 bis 67) voll gearbeitet hätte.

Die Hinzuverdienstgrenzen beim Vorruhestand

Darüber hinaus sind beim Vorruhestand die Hinzuverdienstgrenzen ein wichtiger Faktor. Wer die allgemeine gesetzliche Regelaltersrente erhält, kann nämlich unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass seine Rente entsprechend gekürzt wird. Bei allen anderen vorzeitigen Altersrenten gibt es indes bestimmte Hinzuverdienstgrenzen.

Wie man eine vorzeitige Rente mit möglichst wenige Abschlägen erhalten kann

Wer Abschläge bei der gesetzlichen, vorgezogenen Altersrente vermindern oder gänzlich umgehen möchte, aber dennoch die Möglichkeit des Vorruhestands ausschöpfen will, dem stehen in der Praxis verschiedene Wege offen. So kann sich das versicherte Mitglied zum Beispiel nicht die volle gesetzliche Rente vorzeitig auszahlen lassen, sondern nur einen Teil dieser (Teilrente). In Abhängigkeit von dem Hinzuverdienst bezieht der Versicherte ein Drittel oder die Hälfte oder zwei Drittel seiner gesetzlichen Vollrente.

Rentenabschläge werden nur auf die tatsächlich vorzeitig ausgezahlte Rente erhoben, daher beispielshalber nur auf die Hälfte der gesetzlichen Altersrente. Durch die Arbeit in geringerem Umfang und den Bezug einer anteiligen Rente wird zudem der Übergang vom Erwerbsleben in das Rentenleben erleichtert und der Versicherte bzw. der Arbeitgeber leisten weiterhin Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung, was sich wiederum positiv auf den späteren Rentenbezug auswirkt.

Vorruhestand durch eine vorzeitige Rente! Vorschlag für private Rentenvorsorge erhalten

Das Lebensarbeitszeitkonto ermöglich im Vorruhestand eine vorzeitige Rente ohne Abschläge zu erhalten

Neben oben angeführter Teilrente sind auch das Lebensarbeitszeitkonto beim Arbeitgeber und die weithin bekannte und genutzte Altersteilzeit weitere Möglichkeiten, ohne geldliche Einbußen durch Rentenabschläge den Vorruhestand zu genießen. Auf dem Lebensarbeitszeitkonto wird Arbeitszeit oder Entgelt angespart und dies kann später für voll bezahlte Teilzeitarbeit oder voll bezahlte Freistellung abgerufen werden. Vorteil bei dieser Variante ist, dass durch den fortlaufenden, vollen Gehalts- oder Lohnbezug ebenso die hierauf anfallenden Sozialversicherungsbeiträge voll gezahlt werden, darunter die Beiträge an das Rentensystem, und zwar normalerweise vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Im Bereich der Altersteilzeit gibt es zwei Verfahrenswege. Entweder der Versicherte arbeitet ab Eintritt der Altersteilzeit bis zum regulären gesetzlichen Renteneintritt nur noch zur Hälfe oder aber er arbeitet im ersten Zeitrahmen der Altersteilzeit voll und wird im zweiten Zeitrahmen dann komplett freigestellt. Für beide Verfahrenswege bezieht der Versicherte ein Altersteilzeitgehalt, das dem hälftigen Arbeitsentgelt (Teilzeitarbeitentgelt) sowie einem sozialversicherungs- und steuerfreiem Aufstockungsbetrag entspricht. Und der Arbeitgeber leistet außerdem einen Zusatzbeitrag an die Gesetzliche Rentenversicherung. Durch die Beiträge an das Rentensystem erhöht sich – wie bereits angeführt – die spätere Rentenleistung.